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Renate
Schmidt hat es nicht leicht: Als Bundesministerin für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend ist sie für vier gesellschaftliche Gruppen
zuständig und muss teils gegensätzliche Interessen von Frauen
und Müttern mit denen von Vätern ausgleichen. Gelingen soll das
durch die Einführung einer neuen Gleichstellungspolitik, "Gender Mainstreaming"
genannt, die
laut Familienministerium "... bei allen gesellschaftlichen Vorhaben
die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern
von vornherein..." berücksichtigt.
Ein guter Gedanke. Doch Renate Schmidt, die "Deutschland
zum familienfreundlichsten Land Europas" machen will, setzt ihn nicht konsequent
um: Ob sie Väter in Interviews zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie
vergisst, Vaterschaftests durch Freiheitsstrafen unterbinden will oder
eine "Pilotstudie" über männliche Gewaltopfer nicht repräsentativ
durchführen lässt: Die Familienministerin hat Väter nicht
wirklich auf ihrem Radarschirm. Mit dem angekündigten Elterngeld will
sie
Stattdessen wird uns derzeit mit "1,34 Geburten pro Frau" eingehämmert, |
dass
Kinder reine Frauensache seien.Vor diesem archaischen Hintergrund verkauft
Renate Schmidt Frauenförderung als moderne Familienpolitik. Doch gerade
weil Frauen zunehmend berufstätig sein wollen, müssen auch Väter
gefördert werden, damit sie traditionell mütterlichen Aufgaben
übernehmen. Beispielsweise könnte die Hälfte aller Arbeitstage
ein "Dad-End" haben: Ein verbindlich fixiertes Arbeitsende ohne Überstunden.
Dann holt der Papa seine Kinder aus der Kita oder dem Hort ab und die Mama
arbeitet länger.
Ob gewerkschaftlicher Druck oder individuelle Absprachen zur Vereinbarkeit von Vaterschaft und Beruf führen: In jedem Fall brauchen Väter Schutz - erst recht durch das Antidiskriminierungsgesetz der Fami- lienministerin. Doch weder gründliche Leser noch Textverarbeitungs- programme können den "Vater" in Renate Schmidts Gesetzentwurf entdecken, während die "Mutterschaft" explizit geschützt wird. Wenn es überhaupt jemand schafft, die Absurdität
ihres diskriminierenden Antidiskriminierungsgesetzes noch zu überbieten,dann
Renate Schmidt selbst, indem sie den Grundgedanken des Gender Mainstreamings
gleich bei seiner Einführung untergräbt.
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